Selbstbewusstsein stärken
Verlustangst? So überwindest du die Angst vor Abschieden

Da ist er wieder, dieser stechende Schmerz, der wie ein eiskalter Blitz durch deinen Körper fährt. Urplötzlich breitet sich das entsetzliche Gefühl von Leere in dir aus. Deine Hände beginnen zu zittern und du fühlst dich im Stich gelassen und völlig hilflos. Dabei ist eigentlich nichts passiert, abgesehen davon, dass du gerade verlassen wurdest. Aber nicht im Sinne einer Trennung – du hast lediglich den Abschied einer dir nahestehenden Person nicht verkraftet. Nun spielen deine Emotionen verrückt. Und obwohl dein Kopf weiß, dass du völlig überreagierst, hat dich deine Verlustangst mal wieder fest im Griff.   

Die Angst vor Abschieden und dem Verlust von geliebten Menschen, Situationen oder Dingen kennen wir alle. Manch einer hat große Angst, seinen Partner oder den besten Freund zu verlieren. Ein anderer fürchtet um seinen Job oder seinen sozialen Status. In gewissem Rahmen ist das völlig natürlich. Doch manchmal arten Verlustängste derart aus, dass sie uns geradezu betäuben. Wir verlieren unseren Blick für die Realität, leiden fürchterlich und bauen eine Schutzmauer um uns herum auf. Woher die Angst vor Abschieden kommt, woran du sie erkennst und wie du sie überwindest, erfährst du in diesem Magazinbeitrag.   

Ursachen von Verlustängsten

Neugeborene, die gerade auf die Welt gekommen sind, können alleine nicht überleben. Sie sind zu hundert Prozent auf die Liebe und Zuneigung ihrer Eltern angewiesen. Ohne diese würden sie innerhalb kurzer Zeit sterben. Dadurch entsteht eine enorme Abhängigkeit. Robert Betz erklärt: „In unserer Kindheit sind wir körperlich, emotional, mental und finanziell abhängig. Es ist eine Zeit der Ohnmacht, die viele Menschen weit über ihre Kindheit hinaus bis ins hohe Erwachsenenalter prägt.“ Unsere Existenz wäre beim Verlust unserer Eltern also stark gefährdet. Diese Zeit in unserem Leben prägt uns so sehr, dass wir Verluste sogar als Erwachsene mitunter als existenziell bedrohend empfinden.

Bei einigen von uns kommen traumatische Erlebnisse und schreckliche Erfahrungen hinzu, die wir im Laufe der Jahre sammeln. Wenn sich die Eltern trennen oder wichtige Bezugspersonen sterben, kann das zur Folge haben, dass sich unsere Verlustangst überdurchschnittlich stark ausprägt. Wenn du schon einmal völlig überraschend von einem Partner verlassen wurdest und dir die Trennung den Boden unter den Füßen weggezogen hat, kann auch das bleibende, seelische Wunden hinterlassen und zu dauerhaften Verlust- und Bindungsängsten führen.

Was zeichnet Verlustängste aus?

Die Symptome von Verlustängsten können von Person zu Person variieren. Besonders häufig zeichnen sie sich jedoch durch folgende Aspekte aus:

  • Du bist grundlos eifersüchtig
  • Freiraum? Fehlanzeige. Du klammerst und engst deinen Partner ein
  • Du entwickelst einen übertriebenen Kontrollzwang
  • Du bist ständig auf der Suche nach Anerkennung
  • Es fällt dir schwer, Vertrauen aufzubauen
  • Du fühlst dich wertlos und hast ein geringes Selbstbewusstsein
  • Du hast häufig Angst vor schlimmen Krankheiten
  • Du reagierst bei Kleinigkeiten über
  • Du wirst pessimistisch, um im Falle eines Verlustes zumindest mental vorbereitet zu sein
  • Du bist überfürsorglich und versuchst, dein Umfeld vor allen Gefahren zu beschützen

Verlustangst überwinden: 4 Tipps

Verlustängste sind nicht nur überaus schmerzhaft, sondern können dein ganzes Leben negativ beeinflussen. Sie wirken sich auf deinen Selbstwert, dein Selbstbild, deine Beziehungen und möglicherweise sogar auf deinen Job und Lebensstil aus. Wenn du große Angst vor Abschieden hast, dann solltest du unbedingt unsere vier Tipps befolgen, um Verlustängste Schritt für Schritt zu überwinden:

1. Finde Auslöser & Ursachen

Als allererstes solltest du aufmerksam überlegen, in welchen Situationen du besonders große Angst verspürst. Wenn sich ein Muster ergibt, kannst du ganz bewusst darauf achten, diese Situationen zu vermeiden. Du hast immer dann das Gefühl, dass es um Leben und Tod geht, wenn du heftig mit deinem Partner streitest? Dann erzähle ihm davon und thematisiere zum Beispiel deine Eifersucht. So kann er verständnisvoller reagieren und du kommst gar nicht erst in die Lage, wieder von dem eiskalten, inneren Blitz getroffen zu werden.

Der Auslöser ist natürlich nicht mit der Ursache gleichzusetzen. Denn durch irgendeine Situation in deinem Leben muss die Verlustangst ja entstanden sein. Diese zu ermitteln, ist etwas schwieriger. Im Zweifel ist es sogar ratsam, die professionelle Hilfe eines Coaches oder Therapeuten in Anspruch zu nehmen. Arbeite deine Vergangenheit auf und ruf dir immer wieder ins Bewusstsein, dass die Vergangenheit abgeschlossen ist und sich ihre Erlebnisse in der Gegenwart und Zukunft nicht wiederholen müssen.

2. Durchbrich Gedankenmuster

Wenn du immer vom Worst-Case ausgehst, bist du auf den Schmerz vorbereitet, der eventuell eintreten könnte. Aber diese Vorbereitung macht das Gefühl am Ende auch nicht besser. Im Gegenteil: Wenn du positiv denken würdest, käme es vielleicht ganz anders. Denn dann wärst du entspannter und würdest dies auch auf dein Umfeld übertragen. Durchbrich daher deine negativen Gedankenmuster und verinnerliche stattdessen folgenden Glaubenssatz: „Alles wird gut. Und selbst, wenn ich doch enttäuscht oder verletzt werde, dann werde ich die Situation trotzdem überleben.“

3. Stärke dein Selbstwertgefühl

„Mein Partner hat mich verlassen, weil ich es nicht wert bin, geliebt zu werden.“ Dieser Glaubenssatz ist leider weit verbreitet, aber völlig falsch. Manche Menschen glauben, keine Liebe zu verdienen, die Wahrheit ist aber: Wenn dich jemand verlässt, kann das etliche Gründe haben. Und in jedem Fall bist du es wert, Liebe zu empfangen. Denn du bist einzigartig und wundervoll und zwar genau so, wie du bist. Deshalb ist dieser Tipp extrem wichtig: Stärke dein Selbstwertgefühl. Je stärker es ist, desto seltener wirst du Verlustängste spüren.

4. Ändere dein Selbstbild

Dein Selbstbild geht Hand in Hand mit deinem Selbstwertgefühl: Wie nimmst du dich selbst wahr? Was denkst du über dich? Hältst du dich für eine starke Person, die trotz ihrer Fehler im Reinen mit sich ist? Falls nicht, solltest du unbedingt daran arbeiten. Denn du bist so viel mehr, als du denkst. Du kannst alles erreichen, alles erleben und wenn du möchtest, immer wieder von vorne beginnen. Du brauchst keine andere Person oder einen bestimmten Status, um stark, erfolgreich und glücklich zu sein. Das Glück liegt in dir. Sobald du dies verinnerlicht hast, gelangst du zu einem positiven Selbstbild und schüttelst deine Verlustängste mit Leichtigkeit ab.

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