Zeitproblem lösen
Prokrastination: Hilfreiche Tipps gegen Aufschieberitis

Prokrastination, Aufschieberitis, Projektarbeit? Viele Notizzettel veranschaulichen Zeitdruck

Jeder kennt es: Der Stichtag, die Deadline oder die Abgabefrist rückt näher. Eigentlich solltest du jetzt wirklich starten, um später nicht in Zeitnot zu geraten. Natürlich gibt es aber zigtausend Dinge, die du lieber machst. Du hast so lange ein Motivationsproblem, bis du ein Zeitproblem hast. Und plötzlich steht die Abgabe vor der Tür und das Chaos bricht aus. Ein klassischer Fall von Prokrastination!

Die gute Nachricht: Du bist nicht alleine. Viele Menschen sind gut darin, wichtige Angelegenheiten bis zur letzten Minute aufzuschieben. Ob es sich dabei um eine Hausarbeit, ein Jobprojekt oder gar die Planung eines persönlichen Events handelt – aufgeschoben wird immer. Eigentlich weißt du, dass dieses Verhalten ziemlich kontraproduktiv ist. Du könntest so viel erfolgreicher sein, wenn du rechtzeitig starten würdest. Und dennoch tappst du immer wieder in die Aufschieberitis-Falle.

Keine Sorge, es gibt Rettung für dich. Denn schon mit ein paar kleinen Kniffen bekommst du dein Motivationsproblem bei der nächsten Gelegenheit in den Griff. So vermeidest du Stress und Frust und erkennst, wie gut es tut, voll im Timing zu liegen. Unter Zeitdruck fährt nun mal niemand zu Höchstleistungen auf. Lust, dein Produktivitätslevel nachhaltig zu steigern und Prokrastination entgegenzuwirken? Perfekt, dann ist dieser Magazinartikel genau richtig für dich!

Was ist Prokrastination?

Beantworten wir diese Frage mit einem kleinen Blick ins Wörterbuch. Duden online beschreibt das Phänomen der Prokrastination als „das Verschieben, Aufschieben von anstehenden Aufgaben, Tätigkeiten“. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort „procrastinatio“ ab, das ebenfalls für Vertagung und Aufschub steht. Warum aber so viele Menschen davon betroffen sind und welche Gründe es gibt, verraten die Definitionen nicht. Werfen wir also einen genauen Blick darauf.

Gründe für Prokrastination

Zur Prokrastination kommt es besonders häufig, wenn dir die Motivation fehlt. Wenn du eine Aufgabe erledigen musst, auf die du eigentlich überhaupt keine Lust hast – zum Beispiel eine nervige Projektarbeit. Der mangelnde Spaß an der Thematik oder am Erledigen von Projetkarbeiten im Generellen führt zu Abneigung. Und Dinge, gegenüber denen man abgeneigt ist, erledigt man in der Regel eher schlecht als recht.

Es gibt jedoch ein paar weitere Faktoren, die zur Prokrastination führen – sogar dann, wenn dir die Aufgabe eigentlich Spaß macht. Dazu zählt beispielsweise ein mieses Zeitmanagement. Nicht jeder ist der geborene Planer und möglicherweise scheitert es an einer guten Planung, weil du die Prioritäten falsch einschätzt. Auch Konzentrationsprobleme können dazu führen, dass du gewisse Aufgaben immer weiter aufschiebst.

Wer sich und sein Können oder seine Leistungsfähigkeit und Schnelligkeit falsch einschätzt, kann ebenfalls mit Prokrastination konfrontiert werden. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn du davon ausgehst, die erforderliche Projektarbeit in drei Tagen erstellen zu können – und dann feststellst, dass du allein für die sorgfältige Quellenrecherche mindestens eine Woche benötigst. Auch Versagensängste können Prokrastination begünstigen: Aus Angst vor dem Scheitern fängst du lieber gar nicht erst an. Ein fieser Kreislauf, aus dem man unbedingt ausbrechen sollte.

10 Tipps gegen Prokrastination

Damit du nie wieder „Mache ich morgen … oder übermorgen“ sagen musst, wenn es um wirklich wichtige Deadlines und Abgabefristen geht, findest du in den kommenden Zeilen zehn hilfreiche Tipps gegen Aufschieberitis.

1. Erstell einen Masterplan

Im ersten Schritt solltest du alles tun, um eine mögliche Überforderung zu vermeiden. Bedeutet: Ordne das Chaos, verschaff dir einen Überblick und erstell einen Masterplan. Schreib dazu ganz konkret auf, was du bis zu welchem Datum erledigen musst. Gliedere deine Aufgabe, also dein Ziel, in viele kleine Zwischenziele.

Durch konkrete Teilaufgaben und Fristen strukturierst du deine Arbeit. Und mit einer guten Struktur verhinderst du wiederum Überforderung, die schnell zu dem Gefühl „Das schaffe ich sowieso nicht“ führt. Wenn sich dieses Gefühl breit macht, klopft die Prokrastination sprichwörtlich schon an die Tür. Lass sie nicht rein, sondern erstelle dir einen übersichtlichen Masterplan, an den du dich hältst.

2. Gestalte routinierte Abläufe

Routine ist Gold wert, um Prokrastination zu vermeiden. Wenn du jeden Tag ein bisschen an deinem Ziel arbeitest, wird es irgendwann zur Gewohnheit. Du hinterfragst es nicht mehr und denkst nicht ständig daran, was du stattdessen lieber machen würdest. Kleines Beispiel: Du hast vier Wochen Zeit für deine Projektarbeit. Du legst vorbildlich fest, dass du von Montag bis Freitag jeweils von neun bis zwölf Uhr daran arbeiten wirst.

Spätestens nach der ersten oder zweiten Woche hast du dich so daran gewöhnt, dass die Projektarbeit für dich zur Tagesroutine zählt. Sie gehört einfach dazu und dein innerer Schweinehund hat verstanden, dass es sich nicht lohnt, täglich aufs Neue einen Motivationskampf auszufechten – den würde er nämlich gnadenlos verlieren.

3. Erledige Unangenehmes zuerst

Unangenehmes schiebt jeder gerne auf. Allerdings macht es die Sache in den meisten Fällen nicht besser, sondern nur schlimmer. Denn wenn du ständig daran denkst, was Unangenehmes auf dich zukommt, bist du dauerhaft unmotiviert. Erledigst du diese eine nervige Sache aber direkt am Anfang, kannst du damit abschließen und dich garantiert viel besser konzentrieren.

4. Finde heraus, wann du am produktivsten bist

Manche Menschen arbeiten früh morgens am besten, andere spät abends und wiederum andere irgendwann dazwischen. Finde heraus, wann du persönlich am produktivsten bist, und nutze diese Zeit für dein Vorhaben. Du wirst sehen, dass du wunderbar vorankommen wirst. Ein tolles Mittel, um Prokrastination im Keim zu ersticken.

5. Lass dich nicht ablenken

Während des Arbeitens gilt: WhatsApp aus, Facebook aus, Instagram aus – es sei denn, du arbeitest als Social Media Manager. Das soll heißen, dass kleine Ablenkungen deinen Konzentrationsfluss unterbrechen und dich insgesamt deutlich unproduktiver machen als eigentlich nötig. Am Ende des Tages hast du zwar etliche Nachrichten beantworten oder Postings gecheckt, bist aber nicht wirklich voran gekommen. Und das muss doch nicht sein, oder?

6. Belohn dich regelmäßig

Belohnungen müssen sein! Sie honorieren deine bisherige Leistung und motivieren dich, am Ball zu bleiben. Auch kleine Teilerfolge dürfen und sollen gefeiert werden. Überleg dir gleich zu Beginn eine schöne Belohnung für die Erreichung deines großen Ziels. Noch besser ist es, diese Belohnung zu visualisieren. Probiers’s einfach mal aus!

7. Erstelle Arbeitsgruppen

Sozialer Druck erhöht die Chance, der Prokrastination nicht zum Opfer zu fallen. Warum? Ganz einfach: Wenn du dich regelmäßig mit Kollegen oder Gleichgesinnten triffst und jeder seine Zwischenziele präsentiert, erhöht dies den Druck, auch tatsächlich daran zu arbeiten. Schließlich willst du ja zeigen, was du auf dem Kasten hast, und nicht derjenige sein, der wieder nicht vorangekommen ist.

8. Führ Tagebuch

Tagebuch zu führen, kann wunderbar dabei helfen, der Aufschieberitis zu entkommen. Protokollier dazu regelmäßig, wann du wie effektiv gearbeitet hast. Schreib auch auf, wer oder was dich abgelenkt hat. Nach und nach erkennst du Zusammenhänge und analysierst, wie du deine Leistung weiter steigern kannst. Wenn du einmal herausgefunden hast, wie du hundert Prozent abrufen kannst, wirst du immer wieder davon profitieren.

9. Gönn dir Erholungszeiten

Pausen sind ebenso wichtig wie Power-Zeiten. Deshalb ist es wichtig, klare Grenzen zu ziehen und in der Freizeit bewusst abzuschalten. Das schenkt neue Kraft und macht Platz für neue Ideen. Bevor du in die Pause, den Feierabend oder die Erholungszeit gehst, kannst du dir schnell noch aufschreiben, wie weit du gekommen bist. So weißt du beim nächsten Mal direkt, wo du weitermachen sollst, und verlierst keine wertvolle Zeit.

10. Warte nicht auf den richtigen Moment …

… denn der wird niemals kommen. Es wird nicht passieren, dass du plötzlich mehr Lust, mehr Inspiration oder Motivation hast. Im Gegenteil macht das Warten es häufig deutlich schlimmer. Denn ehe du dich versiehst, tappst du erneut in die Prokrastinations-Falle. Fang deshalb direkt an. Starte jetzt! Der erste Schritt ist immer der schwerste – danach geht es steil bergauf.

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