Tipps zur Vorbereitung
Persönlichkeitstest erwünscht? Das musst du wissen!

Persönlichkeitstest: Das musst du wissen

Hast du schon einmal deine Persönlichkeit getestet? Die meisten von uns können dem Versuch nicht widerstehen, teilzunehmen, wenn wir auf einen Persönlichkeitstest in einer Zeitschrift oder einem Onlineportal stoßen. Aus Belustigung oder Langeweile vergibt man Häkchen oder Klicks. Am Ende erhält man eine Beschreibung von Persönlichkeitsmerkmalen. Diese ist oft so allgemein formuliert, dass sie alles und nichts über die eigene Persönlichkeit aussagt. Solche Persönlichkeitstests dienen der seichten Unterhaltung, ähnlich wie Horoskope oder Kreuzworträtsel.

Mit wirklich aussagekräftigen Infos über deine Persönlichkeit haben diese Tests natürlich nichts zu tun. Es gibt aber auch andere Persönlichkeitstests. Solche, die wirklich in die Tiefe gehen und beispielsweise entscheiden, ob du deinen Traumjob bekommst oder nicht. Da immer mehr Firmen und Konzerne im Recruiting mit Persönlichkeitstests arbeiten, wollen wir dir ein kleines Update geben. Wie sehen Persönlichkeitstests im Bewerbungsverfahren aus? Was passiert, wenn du schummelst? Und welche Fragen sind verboten? Hier erfährst du’s!

Wie sieht ein Persönlichkeitstest aus?

Natürlich möchte dein potenzieller Arbeitgeber so früh wie möglich feststellen, ob du charakterlich zum Unternehmen passt. Er will wissen, ob du die entsprechende Abteilung beziehungsweise das Team perfekt ergänzt. Kein Wunder, immerhin hängt der wirtschaftliche Erfolg vom Zusammenhalt, der Motivation und den gemeinsamen Erfolgen ab. Doch wie sieht so ein Persönlichkeitstest aus? Und kann er wirklich ein realistisches Bild deiner Charaktereigenschaften widerspiegeln?

Grundsätzlich bestehen umfangreiche Persönlichkeitstests aus etwa hundert Fragen. Vorab wirst du gebeten, nicht allzu lange über die Antworten nachzudenken, sondern frei aus dem Bauch heraus zu antworten. Nun erhältst du pro Frage eine Aussage und musst bestimmen, wie stark diese Aussage auf dich zutrifft. Zum Beispiel: „Die besten Arbeitsergebnisse erziele ich durch Teamwork.“ Deine Antwortoptionen könnten dazu zum Beispiel wie folgt aussehen:

  • Trifft voll zu.
  • Trifft eher zu.
  • Trifft teilweise zu.
  • Trifft eher nicht zu.
  • Trifft nicht zu.

Nachdem du die Antwort angekreuzt hast, die am besten auf dich zutrifft, gehst du zur nächsten Frage über. In vielen Fällen läuft der Persönlichkeitstest inzwischen digital ab. Anschließend wertet ein Algorithmus den Test exakt aus. Der Algorithmus deutet deine Fragen nicht einzeln, sondern erkennt Verbindungen, zieht Parallelen und erstellt aus der Fülle deiner Antworten eine vollständige Persönlichkeitsanalyse.

Was wird im Persönlichkeitstest abgefragt?

Durch die vielen Fragen kann sehr genau ermittelt werden, wie motiviert du bist, wie du dich in bestimmten Situationen verhältst und was dir im Arbeitsalltag wichtig ist. Die Ergebnisse verraten, ob du ein Teamplayer oder ein Einzelkämpfer bist, wie du mit Druck und Konflikten umgehst und ob du eine Führungsmentalität hast oder Verantwortung lieber anderen überlässt. Kurz gesagt: Ein guter Persönlichkeitstest kann ziemlich viel über dich und deine Einstellung zur Arbeit preisgeben. Kann, muss aber nicht – denn auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel.

Es gibt keine falschen Antworten

Natürlich ersetzt ein Persönlichkeitstest noch lange kein persönliches Gespräch. Und obwohl der Test eine Ergänzung, kein Ersatz ist, dient er häufig als Vorrunde für die Bewerbungsgespräche. Nur die Bewerber, deren Analyseergebnisse zum Unternehmen passen, dürfen persönlich antreten. Denn beim Test gibt es zwar kein Richtig und kein Falsch, aber es gibt ein Passend und ein Unpassend.

Stell dir vor, die Ergebnisse des Persönlichkeitstests ergeben, dass du gerne Verantwortung übernimmst, Aufgaben delegierst und eine wunderbare Führungspersönlichkeit bist. Alles prima – aber den Assistenzjob, der auf Umsetzung und Unterordnung basiert, wirst du vermutlich nicht ergattern. Deine Fähigkeiten in allen Ehren, aber für die Assistenzstelle sind sie eher ungünstig. Statt selbst im Mittelpunkt zu stehen und das Geschehen strategisch zu leiten, ist hier eine Hands-on-Mentalität gefragt.

Im Gegenzug bist du als introvertierter, schüchterner Mensch vermutlich keine geborene Führungspersönlichkeit. Das ist gar nicht schlimm – je nach Job aber eben auch nicht unbedingt passend. Genau aus diesem Grund sind Persönlichkeitstests immer gefragter. Sie zeigen den HR-Verantwortlichen, wer du wirklich bist und ob du zur ausgeschriebenen Stelle passt.

Beim Persönlichkeitstest schummeln?

Der ein oder andere schlaue Fuchs denkt nun vielleicht: „Was nicht passt, wird passend gemacht! Dann antworte ich eben so, wie ich denke, dass es zur Stelle passt.“ Klarer Rat: Lass es lieber bleiben. Zum einen gehst du das Risiko ein, dass dein Schummeln auffliegt – zum Beispiel im Bewerbungsgespräch, wenn deine Körpersprache und Gestik das Gegenteil von dem vermitteln, was du angegeben hast. Das ist zwar nicht strafbar, aber trotzdem sehr unangenehm.

Zum anderen tust du dir selbst keinen Gefallen, wenn du beim Persönlichkeitstest schummelst. Stell dir vor, du bekommst die Stelle – nur um wenige Wochen später zu bemerken, dass der Job eigentlich gar nicht zu dir und deinen Vorstellungen passt. Genau dies hätte der Persönlichkeitstest schon früher offenlegen können, wenn du ehrlich geantwortet hättest. So hätte er nicht nur deinem neuen Arbeitgeber sondern auch dir eine Menge Zeit und Nerven erspart.

Außerdem, ganz gleich ob du selbstbewusst oder schüchtern, introvertiert oder bestimmend bist: Du bist gut so wie du bist. Und du hast einen Job verdient, der perfekt zu dir passt. Du hast es nicht nötig, dich für den Arbeitsmarkt zu verstellen. Deshalb vergiss das Schummeln beim Persönlichkeitstest und schau dich stattdessen lieber gleich nach einer Stelle um, die dich erfüllt.

Muss man den Persönlichkeitstest beantworten?

Auch der umgekehrte Fall ist denkbar: Du würdest niemals auf die Idee kommen, zu schummeln, stattdessen willst du so einen Test nämlich gar nicht beantworten. Was nun? Darf man das überhaupt? Na klar, denn niemand kann dich zwingen, einen Persönlichkeitstest zu beantworten, wenn es dir widerstrebt. Ob du trotzdem eine Chance auf die Stelle hast? Bei manchen Unternehmen vielleicht, bei den meisten sicherlich nicht.

Wenn du den Persönlichkeitstest nicht ausfüllen möchtest, ist das für manche Arbeitgeber ein Ausschlusskriterium. Frag dich in diesem Fall, ob das Unternehmen wirklich das richtige für dich ist. Wenn eure Vorstellungen schon zu Beginn so weit auseinander gehen, spricht das nicht gerade für eine optimale Zusammenarbeit. Schaut aber auch, was für die Branche oder Unternehmensgröße üblich ist. Wenn du unbedingt in einem Großkonzern arbeiten möchtest, kommst du sicher nicht umhin, einen solchen Test zu beantworten. Du musst dich also mit dem Persönlichkeitstest arrangieren oder dein Ziel überdenken.

Was dürfen Unternehmen erfragen?

Vielleicht merkst du auch erst beim Ausfüllen des Tests, dass dir die Fragen unangenehm sind. An dieser Stelle ist es gut, zu wissen, wo die Grenzen liegen. Was dürfen Unternehmen fragen und was nicht? Grundsätzlich gilt: Alles, was Bezug auf den Erfolg oder die Art und Weise deiner Arbeit nimmt, ist zulässig.

Geht es aber vorrangig um private oder gesundheitliche Fragen, solltest du stutzig werden. In diesem Fall kannst du dich auf die DIN-Norm 33430 beziehen, die sich mit den „Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen“ befasst.

Tipps für deinen Persönlichkeitstest

Abschließend lässt sich sagen, dass Persönlichkeitstests in der Berufswelt einen sehr positiven Nutzen haben können – sowohl für deinen potenziellen, neuen Arbeitgeber als auch für dich. Du kannst den Persönlichkeitstest nicht falsch beantworten. Es kann höchstens sein, dass deine Persönlichkeitsmerkmale nicht ideal mit den Anforderungen an die Stelle harmonieren. Falls dies so sein sollte: Freu dich, dass der Test dir einen Job erspart hat, der nicht zu dir passt. Passende Ergebnisse zu erschummeln, hast du nicht nötig.

Falls dir die Fragen zu persönlich werden oder du sie von vornherein nicht beantworten möchtest, ist auch das völlig in Ordnung. Am Ende geht es darum, den Job zu finden, der hundertprozentig zu dir passt. Und das ist nur eine Frage der Zeit, ob mit oder ohne Persönlichkeitstest. Wir wünschen dir viel Erfolg!

Du möchtest auch einen Persönlichkeitstest machen? Schau doch mal bei unserem kostenlosen Persönlichkeitstest vorbei! 

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