Körpersprache steuern
Monika Matschnig: Steigere deine Wirkungskompetenz

Stell dir vor, du begrüßt jemanden und reichst ihm die Hand. Wie sieht deine Handstellung dabei aus? Wenn dein Handrücken nach oben gerichtet ist, bist du der Chef. Ist er nach unten gerichtet, ist höchstwahrscheinlich dein Gegenüber der dominante Part. Das Spannende an Kenntnissen über die Körpersprache ist, dass du deine Wirkungskompetenz durch sie stark steigern kannst. 

LIFEcoach Monika Matschnig weiß: „Viele Körpersprache-Experten behaupten, die Körpersprache beziehungsweise die Wirkung eines Menschen zu ändern, funktioniere nicht. Kein Wunder, wenn einem diese Experten nur erklären, was man nicht machen sollte: Verschränke deine Arme nicht, steh nicht so steif da, beweg deine Hände nicht so viel! Doch wenn man Menschen nur sagt, was sie nicht tun dürfen, dann legen sie ihren Fokus nur auf ihre Haltung, die Gesten und ihren Gesichtsausdruck. Das funktioniert nicht.“

Aber was funktioniert denn? Monika Matschnig: „Der Punkt ist, Menschen zu sagen, was sie stattdessen tun sollen – und zwar passend zum jeweiligen Persönlichkeitstyp.“ Ein Patentrezept oder einen Zehn-Punkte-Plan gibt es natürlich nicht. Denn kleine Macken und Gewohnheiten schleichen sich im Laufe der Zeit bei jedem ein. Du guten Nachrichten lauten: Alles, was du erlernt hast, kannst du auch wieder ändern.

Achte mehr auf das Wie

Die meisten Menschen konzentrieren sich immer auf das, was sie sagen werden. Nur die Wenigsten setzen ihren Fokus darauf, wie sie etwas sagen. Monika Matschnig: „Aber das Wie ist wesentlich entscheidender als das sogenannte Was. Ich kann die besten Produkte oder Dienstleistungen anbieten oder die besten fachlichen Kompetenzen haben – wenn ich es nicht schaffe, gut zu wirken, dann werde ich nicht gehört.“

Aber mal ehrlich: Wie häufig erleben wir solche monotonen Auftritte von Chefs? Und genau diese Chefs erwarten dann von ihren Mitarbeitern, dass sie motiviert sind. Das funktioniert natürlich nicht. Ebenso wenig funktioniert es, wenn der Referent nervös ist. Monika Matschnig: „Dann entstehen zwei Reaktionsmöglichkeiten beim Publikum. Erstens, die Zuhörer entwickeln eine Fluchttendenz und wollen nur noch abhauen. Oder zweitens: man entwickelt dem Referenten gegenüber Aggressionen.“

Wirkungskompetenz als Qualitätskriterium

Doch wie kann man es besser machen? Monika Matschnig: „Man glaubt immer dem Körper, niemals dem Wort. Die Wirkungskompetenz hat die Sachkompetenz überholt. Es ist ein Irrglaube, dass wir  noch immer glauben, die Sache stehe im Vordergrund. Zweifelsohne sind Zahlen, Daten und Fakten wichtig – der sogenannte Inhalt. Aber wenn man nur Zahlen, Daten und Fakten nennt, geht es in einem Ohr rein und im anderen wieder raus.“

Die Kunst besteht also darin, wichtige Inhalte in Bilder zu verpacken. Du kannst Menschen am besten erreichen, wenn du in Bildern sprichst, persönliche Geschichten oder Beispiele verwendest – und vor allem, wenn du das Gesagte mit deinem Körper unterstreichst und Emotionen hineinlegst. Darin solltest du dich immer wieder üben, denn die Wirkungskompetenz ist das Qualitätskriterium der Zukunft.

Körpersprache und Hände

Wie aber verbessert man seine Wirkungskompetenz nun konkret? Monika Matschnig: „Der erste Punkt besteht darin, richtig zu stehen. Das klingt banal, denn wir stehen tagtäglich. Hast du dir aber schon mal die Frage gestellt, was eine optimale Ausgangsposition ist? Ganz einfach: Stell dich mit beiden Beinen fest auf den Boden. Bau Energie im Köper auf. Und nun transportiere diese Energie!

Ebenso wichtig sind deine Hände. Achte mal darauf, wo deine Hände normalerweise sind, wenn du mit deinem Gegenüber sprichst? Bist du dir dessen überhaupt bewusst? Monika Matschnig: „Häufig legen wir den Fokus auf die Gesten der anderen, übersehen dabei aber, dass wir der Grund dafür sind, dass unser Gegenüber in einer bestimmten Art und Weise reagiert.“ Wenn du dich beim nächsten Mal dabei ertappst, wie du dein Gegenüber mit den Fingern abschießt, dann verwandle die Finger in offene Handflächen. Du wirst erkennen, dass Menschen allein durch diese kleine Veränderung sehr viel positiver reagieren.

Zum Schluss kommt Monika Matschnig auf folgenden Punkt: „Es gibt 6.000 verschiedene Sprachen auf dieser Welt. Aber es gibt nur eine Sprache, die die gesamte Menschheit verbindet. Und das ist die Körpersprache.“

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