Deine Weltansicht
Leander Greitemann 2/3: Warum du keine Angst vor der Angst haben musst

„Ich habe das Gefühl, dass sich die Menschen im Top-Management mehr mit dem Thema Spiritualität auseinandergesetzt haben als andere.“ Leander Greitemann kennt sich aus und weiß, wovon er spricht. Denn der 32-Jährige coacht bereits seit vielen Jahren Führungskräfte bekannter deutscher Unternehmen. In seinen Keynotes und Seminaren redet er über persönliches Wachstum und Spiritualität.

Im Interview erklärt er: „Je weiter oben ich in der Hierarchie von Unternehmen Vorträge halte, desto mehr haben sich meine Zuhörer schon damit auseinandergesetzt. Manchmal habe ich jedoch das Gefühl, dass das weiter unten in der Hierarchie nicht ankommt, obwohl auch diese Leute eine Offenheit und Begeisterung für das Thema haben. Was ihnen aber fehlt, ist die gleiche Weiterbildungsdichte. Wer in einer Top-Management-Position arbeitet, hat natürlich einen ganz anderen Zugang zu Coaches und Referenten.“

Die vielleicht wichtigste Weisheit

Eine ganz alte Weisheit ist zentraler Bestandteil von Leander Greitemanns Seminaren. Sie besagt:

Du siehst die Welt nicht so wie sie ist, du siehst die Welt so wie du bist.

Das bedeutet, dass die Außenwelt stets ein Spiegel deiner Innenwelt ist. Leander Greitemann erklärt: „Diese Weisheit ist jedem von uns klar. Und doch ist sie noch nicht richtig auf unserer Verstandes- und Verhaltensebene angekommen. Ich möchte dabei helfen, das zu ändern. Ein kleines Beispiel: Wenn du einen Satz sagst, der mir widerspricht, dann liegt das an mir und nicht an dir. Denn ich gebe dem Satz eine Bedeutung und baue dadurch direkt eine Trennung auf. Und das verbaut einem unheimlich viele Chancen.“

Deine Art, die Welt zu sehen

Leander Greitemann ist überzeugt davon, dass viele Herausforderungen der heutigen Zeit darauf beruhen, dass wir uns Folgendes nicht klarmachen: Die Art, wie wir die Welt sehen, ist nur eine von vielen Arten, die Welt zu sehen. Jedes Individuum sieht seine ganz eigene Art der Welt.

Der 32-Jährige erklärt: „Wenn wir es schaffen, diesen Mindfuck einfach mal loszulassen, dann kann ein Diskurs entstehen. Dann kann ich am Ende immer noch sagen, dass dieser Satz nicht für mich funktioniert. Aber wenn ich von vornherein in den Krieg gehe und jemand anderen von meiner Weltansicht überzeugen will, weil ich glaube, dass sie die einzig richtige Weltansicht ist, dann begehe ich einen Fehler. Und eben diesen Fehler versuche ich im ersten Schritt zu unterbinden.“

Reflektiere deine Gedanken

Wie aber kann man verhindern, andere zu bewerten? Leander Greitemann: „Aus philosophischer Sicht würde ich sagen, mithilfe klassischer Reflektion. Also indem ich Dinge immer wieder infrage stelle und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchte. Ist etwas so oder nehme ich es so wahr? Auf diese Weise komme ich aus der Situation heraus und tausche mich in der Rückschau mit anderen Leuten aus.“

Wenn du dir darüber bewusst wirst, dass du die Welt durch eine Brille wahrnimmst, dann vereinfacht sich plötzlich alles. Leander Greitemann: „Manchmal fällt uns das fünf Minuten später auf. Dann besteht die Kunst darin, deinem Gegenüber und deinem Gehirn zu sagen, dass du etwas geradebiegen wirst. Du musst also zurückgehen und demjenigen zugestehen, Dinge zu sehen, wie er sie sieht. Man muss permanent reflektieren. Denn meistens liegt die Problematik an unserer Rechthaberei. Mein Tipp lautet deshalb: Geh mit einer frischen, offenen Meinung in Gespräche rein.“ Konkret kannst du beispielsweise tief ein- und ausatmen oder dir fünf Minuten Zeit nehmen, um in dich zu gehen und zu meditieren.

Keine Angst vor der Angst

Leander Greitemann legt in seinen Trainings großen Wert darauf, seine Teilnehmer das Gesagt erfahren zu lassen. Er erklärt: „Fast jede Hypothese versuche ich mit einem Gedankenexperiment oder einem interaktiven Experiment zu belegen. So können die Leute selber für sich entscheiden, ob meine Hypothese stimmt oder nicht. Zudem versuche ich, bei Frontaleinheiten immer Interaktionen einzubinden. Denn ich glaube, dass Lernen am besten funktioniert, wenn man nicht nur eine Theorie hat, sondern eine Erfahrung dazu – am besten noch mit einer Emotion. Dann kann sich wirklich etwas verändern.“

Zudem ist Leander Greitemann ein Fan davon, Menschen aus ihrer Komfortzone zu holen. Dabei konfrontiert er sie mit Überzeugungen aus ihrer eigenen Welt. Denkst du auch häufiger Sätze wie „Das kann ich nicht“ oder „Es könnte so viel schiefgehen“? Dann solltest du dir bewusst machen: Durch das Tun einer Sache stellst du fest, dass diese Sätze Quatsch sind. Leander Greitemann: „Die meisten Katastrophen finden nur im Kopf statt. Beim Tun selbst ist alles in Ordnung. Dann kann es höchstens sein, dass du es in der Rückschau blöd findest. Aber dann bist du auch wieder nicht beim Tun. Deswegen ist es so wichtig, Dinge zu tun und Erfahrungen zu sammeln. Ganz häufig ist die eigene Angst unbegründet.“

Du willst wissen, wie’s weitergeht? Dann schau dir unbedingt Teil 3/3 des Interviews an!

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