Selbstfindung & Mindset
Gereon Jörn: Finde deinen natürlichen Selbstwert

Gereon Jörn: Finde deinen natürlichen Selbstwert

Wie würdest du den Begriff „Selbstwert“ definieren? Potenzialwecker und Persönlichkeitsentwickler Gereon Jörn kennt die Antwort: „Selbstwert bedeutet: Ich fühle mich wertvoll.“ Und weißt du auch, in welchen Situationen die meisten Menschen ein besonders hohes Selbstwertgefühl entwickeln? Der Experte verrät: „Viele Menschen fühlen sich zum Beispiel dann wertvoll, wenn sie gerade ein Erfolgserlebnis hatten, geliebt werden, jemand anderem etwas Gutes tun oder in irgendeiner Weise einen Beitrag leisten.“

Doch handelt es sich dabei wirklich um Selbstwert? Eigentlich nicht, denn all diese Dinge basieren auf unserer Leistung oder den Reaktionen unserer Mitmenschen und sind damit vielmehr im Außen behaftet. Genau genommen handelt es sich also nicht um Selbstwert, sondern um Fremdwert. Gereon Jörn: „Das höchste Selbstwertgefühl haben wir zwischen unserer Geburt und dem zweiten Lebensjahr. Ich nenne es das natürliche Selbstwertgefühl. Erst später denken wir von uns, dass wir bestimmte Dinge tun oder leisten müssen, damit wir wertvoll und damit liebenswert sind.“

Warum der natürliche Selbstwert in der frühen Kindheit gegeben ist? Weil Eltern, die ihr Kind nach der Geburt das erste Mal auf dem Arm halten, bedingungslose Liebe empfinden. Doch später, im Laufe der Erziehung, verlieren wir unser natürliches Selbstwertgefühl oftmals. Gereon Jörn weiß: „Die meisten Psychotherapeuten, Psychologen und Kinderpsychologen müssen sich in der Therapie mit den Problemen und Glaubenssätzen auseinandersetzen, die ihren Patienten in den ersten sechs Lebensjahren passiert sind.“

Irrtum 1: Du musst etwas tun

Stell dir vor, du wirst gelobt und fühlst dich in diesem Moment besonders wertvoll. Klingt zunächst gar nicht so schlecht, hat aber einen Haken: Du machst dich abhängig von anderen Menschen. Du fühlst dich besonders wertvoll, weil du einen Erfolg erzielt hast? Dann machst du dich in diesem Moment abhängig von deiner Leistung. Gereon Jörn: „Ab dem zweiten Lebensjahr denken wir, dass wir bestimmte Dinge tun müssen, um wertvoll zu sein. Ich gebe dir ein trauriges Beispiel: Wir leben in einer der reichsten Industrienationen der Welt und haben in Deutschland dennoch zehnjährige Kinder, die sich das Leben nehmen, weil sie in der Schule sitzengeblieben sind. Warum? Weil sie Angst davor haben, nach Hause zu gehen.“ Bis zum zwölften Lebensjahr kann ein Kind laut dem Experten nicht unterscheiden, ob Kritik gegen die Taten beziehungsweise Leistungen des Kindes geht oder gegen das Kind als Person.

Irrtum 2: Du musst etwas besitzen

Auch bei der Annahme, dass jemand etwas besitzen muss, um wertvoll zu sein, handelt es sich natürlich um einen Irrtum. Gereon Jörn spricht dabei von einem modernen Hamsterrad: „Ich muss bestimmte Dinge tun, um etwas zu sein, um etwas zu bekommen. Dieser Gedanke ist weit verbreitet. Doch ich möchte dich einladen, ab heute einen anderen Weg zu gehen, nämlich den Weg, zu sagen: ‘Ich bin etwas. Und weil ich etwas bin, tue ich etwas. Und ganz nebenbei bekomme ich etwas.’ In dem Augenblick, in dem du dich als etwas siehst und deshalb etwas tust, kommt das immer von Herzen. Aber wenn du etwas tust, um irgendetwas zu sein, dann läufst du nur wieder hinterher. Denn das ist wieder eine Form der Fremdbestimmung. Aber Selbstwert fängt nicht im Außen an, sondern im Innen.“

Irrtum 3: Du musst etwas haben

Kennst du das? Eine Beziehung geht in die Brüche und plötzlich fühlst du dich wertlos. Du machst seit 30 Jahren einen guten Job, doch dann muss dein Arbeitgeber Insolvenz anmelden und kündigt dich. Du gehst zum Jobcenter, ziehst eine Nummer und plötzlich fühlst du dich wertlos. Gereon Jörn: „Warum sollte jemand, der einen Job hat, wertvoller sein als jemand, der keinen hat? Wieso sollte jemand, der in einem Penthouse-Appartement wohnt, wertvoller sein als jemand, der in einer Einzimmerwohnung lebt? Warum sollte irgendein Mensch mehr wert sein, nur weil er andere Dinge besitzt?“ Mach dich von dem Gedanken frei, irgendwelche materiellen Güter zu brauchen, um wertvoll zu sein. Denn dieser Gedanke ist schlichtweg falsch.

Natürlichen Selbstwert finden

Gereon Jörn verrät: „Ich freue mich zwar, wenn das Publikum nach meinem Auftritt klatscht, aber ich nehme es nicht persönlich.“ Auch für dich hat der erfahrene Experte wertvolle Praxistipps. Für den ersten benötigst du dein Smartphone oder ein anderes Gerät mit integriertem Terminkalender. Gereon Jörn: „Richte dir einen täglichen Termin ein, der heißt ‘Ich bin wertvoll’. So erinnerst du dich regelmäßig an diesen wichtigen Satz. Richte dir außerdem einen neuen Startbildschirm ein mit dem Begrüßungstext ‘Ich bin wertvoll’. Fülle deinen Kopf mit dem Glaubenssatz und sorge dafür, dass dieser Satz immer und immer wieder in deinen Kopf geht.“

Für den zweiten Tipp benötigst du bunte Klebepunkte. Klebe sie überall hin – auf dein Handy, dein Notizbuch oder die Armaturen deines Autos. Jedes Mal, wenn du einen der Punkte siehst, erinnerst du dich an den Satz ‘Ich bin wertvoll’ und programmierst dich damit unterbewusst selbst. Im Laufe der Zeit brennt sich die Message von ganz alleine in deinen Kopf. Denn eines ist klar: Du bist wertvoll – unabhängig davon was du tust oder besitzt. Gereon Jörn: „Egal wie wir mit Geldscheinen umgehen, sie behalten stets ihren Wert. Wo auch immer sich ein Geldschein befindet oder was er leistet, er wird nicht wertlos, selbst dann nicht, wenn wir auf ihm rumtrampeln. Und auch wenn andere Menschen auf uns rumtrampeln, gilt das Gleiche für uns. Wir sind wertvoll. Sag es dir so oft wie möglich, denn es ist dein Leben.“

Sieh dir jetzt das Video mit Gereon Jörn an!

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