Schlüssel zum Glück
Dieter Lange 3/3: Monotone Glücksmomente

Dieter Lange hat seine Erfüllung in der Arbeit als Erfolgscoach und Trainer gefunden. Er ist sich sicher, dass man eine gute Führungskraft vor allem eines können muss: sich selbst führen! Dieter Lange: „Ich erlebe immer wieder in meinen Coachings, dass viele Führungskräfte das nicht können. Sie faken es und brennen irgendwann aus.“ Wie aber verhindert man ein Burn-out? Und wodurch zeichnet sich eine gute Führungskraft überhaupt aus? Dieter Lange verrät’s im dritten Teil des Interviews.

Eigenschaften von Führungskräften

„Eine gute Führungskraft sollte zunächst einmal mit sich selbst im Reinen sein und ein Bewusstsein über ihre Wirkung auf andere Menschen haben.“ Auch eine gewisse Erdung ist laut dem Experten sinnvoll. Eine Führungskraft sollte demnach wissen, wo sie hingehört. Dieter Lange: „Dann spielt natürlich auch Charisma eine Rolle. Jeder ist charismatisch, das Charisma ist nur leider manchmal verschüttet. Die vielen Staubschichten müssen erstmal wieder abgeräumt werden.“

Auch Humor zählt für Dieter Lange zu den Stärken einer guten Führungspersönlichkeit. Er sagt: „Nicht Spaß, sondern Humor. Diese innere Distanz, auch über sich selber lachen zu können. Charme gehört natürlich ebenfalls dazu, genau wie eine heitere Gelassenheit. Das sind für mich die Grundvoraussetzungen schlechthin. Abgesehen davon, dass der- oder diejenige seine Hausaufgaben natürlich beherrschen muss.“

Aufgaben von Führungskräften

Laut Dieter Lange haben Führungskräfte sechs Aufgaben. Die erste lautet: Ideen regieren die Welt. Der Experte erzählt: „Mit diesem Gedanken muss eine Führungskraft jeden Morgen aufstehen. Die Vision bildet den Leitstern und bleibt konstant. Aber die Ideen müssen sich immer erneuern. Leader müssen immer neue Impulse setzen und ständig neue Fragen stellen.“ Die zweite Aufgabe lautet: Sei ein brillanter Kommunikator. Der Experte findet: „Eine Führungskraft muss nicht mehr als vier oder fünf E-Mails am Tag beantworten. Manager müssen das tun, aber nicht die Führungskräfte. Sie müssen nicht informieren, diskutieren oder Monologe halten – sie müssen Power schaffen.“

Die dritte Aufgabe besteht in der Zustimmung. Dieter Lange: „Als gute Führungskraft muss man herausfinden, ob die Mitarbeiter mit ganzem Herzen dabei sind. Und wenn nicht, muss man sie fragen, was passieren muss, damit sie es sind.“ Aufgabe Nummer vier lautet: Empowerment. Der Experte sagt: „Das heißt, ich übertrage von mir auf andere, und hat sehr viel mit Vertrauen zu tun. Man delegiert, ermächtigt andere und tritt selbst einen großen Schritt zurück.“ Punkt fünf ist die Ausführung, die in der Verantwortung der Führungskraft bleibt. Last but not least lautet Punkt sechs: Entscheidungen treffen. Dieter Lange: „Man ist natürlich auch verantwortlich für das, was man nicht entschieden hat. Und damit ist man automatisch wieder bei Punkt eins, denn jede Entscheidung verlangt neue Impulse und neue Ideen.“

Workaholics: Ständig agitiert sein

Der Erfolgscoach weiß, dass unser Verstand in der heutigen Zeit ständig unter Spannung steht. Im Interview erzählt er: „Wenn die Spannung, also der Tonus, rausgenommen wird, dann ist der Verstand nicht am Werk. Jeder monotone Moment, den du und ich erleben, ist ein Glücksmoment.“ Das kann der Blick in den Sonnenuntergang, über das Meer oder auf die verschneiten Berge sein. Auch ein Spaziergang oder Sport kann zur Monotonie führen. Dieter Lange: „Immer wenn wir Monotonie erleben, fühlen wir uns glücklich. Du musst Menschen die völlige innere Ruhe erlebbar machen. Deswegen sorge ich in meinen Seminaren immer dafür, dass wir nicht nur reine Theorie lernen, sondern das auch erleben.“

Es gibt allerdings Süchte wie Alkohol und Zigaretten, mit denen wir Glücklichsein ebenfalls verbinden. Dieter Lange: „Das ist ein gewisser Thrill, man nennt es in der Psychologie Angstschutz. Dazu zählen auch Workaholics. Die Wahrheit ist nur leider eine ganz andere. Diese Menschen wagen es nicht, in ihrem Leben mal kurz Stopp zu machen, weil sie dann in Abgründe schauen würden. Deshalb möchten sie immer agitiert bleiben. Dies ist auch biochemisch nachweisbar, denn dabei kommen ganz bestimmte Hormone zum Tragen. Ihr Immunsystem hält aus genau diesem Grund lange durch – aber wenn Workaholics in den Urlaub fahren, werden sie sofort krank. Dieses Agitiertsein bleibt eine Sucht: Es muss immer was los sein, bloß keine Stille, denn dann müsste man mal nach innen schauen. Und da erleben machen Menschen Abgründe.“ 

Geld: Fehlende Fantasie?

Zum Thema Geld hat Dieter Lange seine ganz eigene Theorie. Er findet: „Geld auf dem Konto ist fehlende Fantasie. Geld macht nicht reich – das erleben ja alle Millionäre. Es ist eine potenzielle Energie. Ich habe überhaupt nichts gegen Geld, auch nicht gegen viel Geld. Die Fähigkeit, diese Energie optimal zu nutzen, ist das, was Erfüllung bringt. Wir denken immer, dass Geld Glück bedeutet. Das stimmt nicht. Ich habe nie Geld auf dem Konto und wenn doch, stimmt etwas nicht. Geld wird bei mir sofort in Erlebniswelten verwandelt.“

Von Altersvorsorge hält der Erfolgscoach nicht viel. Dieter Lange: „Das ist eine große Gefahr. Die Indianer sagen: Wer aufhört zu arbeiten, schaufelt sein Grab. Denn dann gibst du dem Universum das Gefühl: Das war’s, mehr brauchst du mir nicht zu geben. Abgesehen davon kann man mit Geld auch unheimlich viel geben. Wer Geld auf dem Konto hat, ist fantasielos und programmiert sich auf Angst. Dann kommt die sogenannte self-fulfilling prophecy, denn die Angst ist immer die Mutter des Befürchteten. Wer Angst hat, dass ihm etwas passieren könnte, dem passiert das auch. Ich gebe dem Universum das Gefühl, dass ich ihm vertraue. Das ist meine Grundhaltung im Leben.“

Hast du die anderen beiden Teile der Interviewreihe mit Dieter Lange schon gesehen? Falls nicht, wird’s höchste Zeit: Den ersten Teil des Interviews findest du hier, den zweiten Interview-Teil hier. Viel Spaß!

Dieter Lange im Interview: Der Nordstern des Lebens

Dieter Lange im Interview: Spiritualität & Schlüsselmomente

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2 Comments

  1. Peter Perschke Reply

    Dieter Lange – bringt die Dinge direkt und trotzdem charmant auf den Punkt.
    Seine Geschichten wirken authentisch und rufen eigene Situationen auf den Plan –
    aus denen man gelernt und oftmals Kraft geschöpft hat.
    Herr Lange verführt zur Selbstreflektion und zur ständigen Überprüfung der persönlichen Einstellung.
    Er ist ein Solitär unter den Speakern von LIFEclub / GEDANKENtanken,
    danke dafür – bitte weiter so – es macht Spaß mit Euch,
    Peter Perschke

    1. Lisa DrebberLisa Drebber Post author Reply

      Lieber Peter, das freut uns sehr! Wir sind auch große Fans von Dieter Lange und finden ihn sehr inspirierend.
      Beste Grüße,
      dein LIFEclub-Team

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