LIFEinterview
Daniel Aminati 1/2: Leben auf der Überholspur

Daniel Aminati ist ein unglaublich vielseitiger Mensch: Es ist Moderator, Entertainer und kann singen. Doch das ist noch lange nicht alles. Im Interview mit Alexander Müller spricht der 45-Jährige über seine zahlreichen Talente und verrät, wie man viele unterschiedliche Dinge im Leben erfolgreich meistert. 

Daniel Aminati: Kindheit & Jugend

Daniel Aminati ist bekannter Moderator. Er wäre beinahe Fußballprofi geworden und hat eine erfolgreiche Musikkarriere mit über eine Millionen verkauften Platten hinter sich. Wie schafft man es, so viele Talente unter einen Hut zu bringen? Daniel: „Indem man steinalt ist. Ich habe vor 30 Jahren angefangen, auf der Bühne zu stehen. Mein großer Traum war es damals, Fußballprofi zu werden. Wir haben fünfmal in der Woche trainiert. Aber auch das Tanzen war für mich schon immer absolute Freude.“

Daniel hatte zum damaligen Zeitpunkt nicht die Konzentration, sich nur auf Fußball zu konzentrieren: „Meine Schwestern und ich waren damals schon sehr auf uns alleine gestellt. Ich bin ab meinem zehnten Lebensjahr überwiegend in Heimen groß geworden – zuerst war es ein Internat, dann waren es zwei Erziehungsheime. Ich habe zwölf verschiedene Schulen hinter mir und keinen Berufsabschluss. Mein Leben war also sehr unruhig. Ich hatte nicht die Konzentration im Fußball und die anderen Jungs hatten die Nase vorn. Es hat für mich damals nicht gereicht.“

Moderator, Sänger, Tänzer

Aufgrund schwieriger Familienverhältnisse hat Daniel früh versucht, die Rolle des Vaters einzunehmen. Er sagt: „Meine Mutter war irgendwann heillos überfordert. Wir hatten keine Kohle, sie musste vier Kinder über die Runden bringen. Das war alles nicht so einfach. Aber das ist meine Geschichte: Ab dem zehnten Lebensjahr bin ich alleine durch die Welt gegangen. Das ist vielleicht auch der Grund, weshalb ich so viele Talente habe. Meine DNA war immer: Kampf. Ich habe schnell gelernt: Wenn ich etwas mache, dann versuche ich, es so gut wie möglich zu machen.“ So konnte Daniel die fehlende Anerkennung seitens seiner Familie kompensieren. Als Entertainer war es damals normal, zu moderieren, zu singen und gleichzeitig zu tanzen. Daniel: „Ich kann es, weil ich für die Bühne lebe. Deswegen ist das für mich kein großes Ausstellungsmerkmal.“

Zwiespältiges Leben als Popstar

Über seine Kindheit und Jugend spricht Daniel heute sehr reflektiert. Er sagt: „Schmerz und Leid bringen uns weiter, weil du sie reflektieren kannst. Wenn du innere Leere empfindest, gehst du tiefer rein und hinterfragst dich.“ Seine Zeit als Popstar der Boyband ‘Bed & Breakfast’ beschreibt er als interessant: „Viele Menschen wünschen sich, Anerkennung zu erhalten. Und dann bekommt man sie und plötzlich stört es einen. Man wird zu etwas, das man nicht sein will. Man droht, zu seinem eigenen Klischee zu werden, weil Menschen einen anders behandeln, und man denkt, man müsse in eine Rolle schlüpfen, weil das von einem erwartet wird.“

Als junger Mensch aus einem ungefestigten Elternhaus war Daniel irgendwann überfordert. Er erzählt: „Man kann den Erfolg nicht richtig wertschätzen, weil er relativ plötzlich kommt. Man hat sich schließlich nicht hochgearbeitet wie beispielsweise als Unternehmer mit eigener Firma, sondern singt ein paar nette Songs und findet sich wenige Monate später auf Bildern in Zeitschriften. Das ist sehr seltsam.“ Zugleich beschreibt Daniel, dass er sich relativ schnell verhängnisvoll an den neuen Status gewöhnt hat: „Du entwertest das Ganze und entwickelst kein Gefühl. Dein Ego bläht sich auf und du verlierst dich.“

Der Fall & das innere Mantra

Irgendwann stieg Daniel aus der Boyband aus. Im Interview berichtet er: „Wir waren eine gecastete Band und hatten zu wenig Gefühl und gleichzeitig zu wenig Verantwortung für einander. Jeder hat den Spot auf sich gelegt und wollte der Beste sein. Unser Egoismus entfernte uns von einander. Es gab Zickenkriege und das führte zu meinem Ausstieg.“ Es folgte ein Solovertrag – doch nach zwei Jahren war Daniel bankrott. Er erzählt: „Schuldnerberatung, Vollstreckungsbehörde – das volle Programm. Und plötzlich saß ich wieder bei meiner Mutter auf der Couch.“

Heute kann Daniel genau beschreiben, wie er sich damals gefühlt hat: „Du koppelst deinen eigenen Wert an den Erfolg. Dann bleibt der Erfolg aus und du fühlst dich wie ein Verlierer. Um irgendwie über die Runden zu kommen, habe ich dann Turnschuhe verkauft und in einem Copyshop gearbeitet.“ Der Fall vom Popstar-Himmel war tief. Daniel: „Dann gibt es einen Punkt im Leben, an dem du für dich eine Entscheidung treffen musst. In einigen Momenten hatte ich keinen Antrieb mehr. Aber ich hatte meine DNA – und die war mein Mantra.“

Im zweiten Teil des Interviews spricht Daniel Aminati über die Kehrseite seines Erfolgs, innere Zufriedenheit und Schmerz. Er verrät, warum Persönlichkeitsentwicklung sein Leben positiv beeinflusst hat und welche Tipps er jungen Menschen zur Orientierung mit auf den Weg geben würde.

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